Klaus Bittner
Weshalb so und nicht anders…
Es war etwa um das Jahr 1993, als mir nach 20 Jahren künstlerischer Tätigkeit
bewusst wurde, dass ich einem Prinzip gefolgt war, das von großen Teilen des
Kunstmarktes abgelehnt wird. Wenn ich eine Serie beendet bzw. ein Thema durchgearbeitet
hatte, habe ich dieses Feld verlassen und mich neuen Entwicklungen zugewandt.
Diese Vorgehensweise habe ich bis heute beibehalten, weil sie meinem künstlerischen
Naturell entspricht und ich nicht zum Fachidiot eines eng begrenzten Themas
oder eines Personalstils verkommen möchte. Aus Sicht des Kunsthandels sind Stile
und Markenzeichenkunst natürlich viel leichter zu vermarkten, jedoch halte ich
solche Positionen für unkünstlerisch. Ich habe mir deshalb in den folgenden
Jahren keine besondere Mühe gegeben, in diese Kreise aufgenommen zu werden.
Es ging mir nicht darum, die eigene Arbeit marktgerecht zu platzieren, sondern
um den generellen Fortschritt in meiner Kunst.
Damals musste ich mich mit typischen Bemerkungen auseinandersetzen, wie „er
hat seinen Stil oder seine Handschrift noch nicht gefunden“. Zum Glück habe
ich mich von solchen Vorwürfen nicht beeinflussen lassen und bin meinen Weg
weitergegangen. Heute weiß ich, dass dieser Weg immer das Ziel war und dass
Kreativität noch immer das wesentliche Werkzeug in der Bildenden Kunst ist.
Inzwischen habe ich meinem Arbeitsprinzip einen Namen gegeben und nenne es „die
variable Reaktion“, getreu dem Motto „nicht auf den Stühlen zu sitzen, sondern
zwischen ihnen zu tanzen.“